Lesung und Diskussion mit Agus R. Sarjono

Montag, 15. Juni 2015, 19:00 Uhr
Bürgerzentrum Alte Feuerwache, Offener Treff Melchiorstraße 3, 50670 Köln (Nähe Ebertplatz)

Indonesien ist bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse (14. – 18. Oktober 2015) als Ehrengast präsent, also ein Anlass, sich mit zeitgenössischer Literatur aus dem Land der 17.000 Inseln zu befassen.

AGUS R. SARJONO (*1962) ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen indonesischen Schriftsteller. Er  ist Lyriker, Verfasser von Kurzgeschichten und Schauspielen,  außerdem auch Verleger, Literaturkritiker und Literaturübersetzer. Von 2003  bis 2006 war  er Programmdirektor des Kunstrates der Stadt Jakarta.

© Bitra (bicara | kontrib)

© Bitra (bicara | kontrib)

Gemeinsam mit Berthold Damshäuser ist er Herausgeber der „Seri Puisi Jerman” (Reihe deutscher Lyrik in indonesischer Übersetzung). Er ist zudem Herausgeber des Lyrikmagazins Jurnal Sajak und einer Zeitschrift für Literaturkritik (Jurnal Kritik). Eine Sammlung seiner Gedichte in deutscher Übersetzung erschien 2002 beim Galrev-Verlag Berlin unter dem Titel Frische Knochen aus Banyuwangi. Er hat Deutschland viele Male besucht, war unter anderem „Writer in residence“ im Heinrich-Böll-Haus in Langenbroich und ist auch schon bei der DIG aufgetreten. Zurzeit ist er Gast im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf in Brandenburg.

Neben neuen Texten wird der Dichter auch erläutern, wie es – gemeinsam mit Berthold Damshäuser – zu der Sonderausgabe in deutscher Sprache des Lyrikmagazins Jurnal Sajak gekommen ist, einer außerordentlichen Darstellung moderner indonesischer Dichtung im Vorfeld der Buchmesse. In diesem Zusammenhang wird auch die Erwartung an dieses international renommierte Ereignis thematisiert werden.

Eintritt frei

Kontakt: mertes@dig-koeln.de

Stern für Lombok – Einladung zu einem Vortrag und Gespräch

Donnerstag, 21. Mai, 19:30 Uhr 
Galerie Smend, Mainzer Straße 31, 50678 Köln (Südstadt)

Wir begleiten Arne Honrath, ehrenamtlich für das Kinderprojekt „Ein Stern für Lombok e.V.“ tätig, auf seiner Fahrradtour „Von Kerandangan nach Kerandangan“ und erfahren etwas über die Insel Lombok. Kommen Sie mit und werfen Sie auch einen Blick ins „Sternenland“.

Arne Honrath ist seit Jahren in diesem Projekt engagiert, er kann Auskunft über Erfahrungen und Erwartungen geben; und er stellt unter Beweis, wie auch vor hier aus etwas für dort getan werden kann.

???????????????????????????????

 

Weitere Informationen:  http://www.stern-fuer-lombok.de

Die Kopfjäger von Borneo und ihre Nachfahren

Donnerstag, 16. April, 19:30 Uhr 
Bürgerzentrum Alte Feuerwache – Filmraum 50670 Köln, Melchiorstraße 3

Hiltrud Cordes bereiste mit Eberhard Meyer mit dem legendären Dokumentarfilm „Kopfjäger von Borneo“ (1935) des Barons von Plessen im Gepäck, die Regenwälder Kalimantans und zeigt deren Bewohnern erstmals Aufnahmen, die die Traditionen ihrer Ahnen festhalten. Mittlerweile sind die Dayak längst befriedet und christianisiert, müssen sich allerdings den Plagen der Zivilisation stellen: Habgier und Vetternwirtschaft sind an der Tagesordnung, die Holzbarone bestimmen das aktuelle Geschehen. Der engagierte Dokumentarfilm stellt Fragen nach dem Verlust von Traditionen und hinterfragt den Einfluss der Zivilisation auf archaische Völker.

Asientag der Stiftung Asienhaus

Samstag, 21. März, ab 10:00 Uhr 
Bürgerzentrum Alte Feuerwache, 50670 Köln Melchiorstraße 3

Das Asienhaus wird gemeinsam mit Gästen aus Asien Vorträge, Workshops und Diskussionen anbieten zu Freihandel in Südostasien, Nachhaltige Landwirtschaft in China, Thailand nach dem Putsch, Rohstoffe und soziale Folgen, Nationalismus in Ostasien, Indonesien 65 und Annexion Osttimors: Wirtschaft, der Westen und Menschenrechte und vieles mehr.

Zum Programmflyer des 3. Asientags

Weitere Informationen: www.asienhaus.de

Indonesien Forum NRW (Kooperation mit IHK Aachen und Bonn)

Dienstag, 3. März, 18:00 Uhr
Parkrestaurant RheinAue, Ludwig-Erhard-Allee 20
53175 Bonn

Jokowi 120 Tage im Amt
Um einen Erfahrungsaustausch unter Unternehmern mit geschäftlichen Aktivitäten in Indonesien zu ermöglichen, organisieren die IHK´s Bonn/Rhein-Sieg und Aachen gemeinsam mit der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft Köln und der Auslandshandelskammer Indonesien das „Indonesien Forum NRW“.

In dem Forum soll ein Meinungs- und Erfahrungs-austausch zu wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Themen Indonesiens ermöglicht werden. Der Vortrag des ersten Forums wird von dem Geschäftsführer der Deutsch-Indonesischen Industrie- und Handelskammer, Herrn Jan Rönnfeld, zu dem Thema „Präsidentschafts-wahl 2014: Joko Widodo – 120 Tage im Amt“ gehalten.

[ Anmeldungen unter IHK Bonn/Rhein-Sieg, Bonner Talweg 17, 53113 Bonn, Tel. 0228/22 840 / info(at)bonn.ihk.de ]

NEGERI TANPA TELINGA – LAND OHNE OHREN – OmeU, 110 Minuten, 2014

Filmpräsentation mit Publikumsgespräch mit Lola Amaria

Regisseurin und Produzentin von NEGERI TANPA TELINGA                                                       (zuletzt am 16. Dezember 2014 in Köln zu Gast mit „Sanubari Jakarta“)

Freitag, 20. Februar 2015, 20:00 Uhr (Einlass 19.30 Uhr)

Bürgerzentrum Alte Feuerwache, Melchiorstraße 3, 50670 Köln – Kinoraum
Eintritt 5,- Euro, Reservierung:  mail@dig-koeln.de


Nach dem Sturz von Suharto (1998) wird gute Regierungsführung zum Schlüsselwort des neuen Indonesiens. Die Presse wirbelt Korruptionsfälle, Sexskandale und gegenseitige Angriffe zwischen staatlichen Institutionen auf, so dass einem Hören und Sehen vergehen kann. Die satirische Komödie erzählt von Menschen in der Politik, die letztlich von den widerstreitenden Interessen der Mächtigen verschlungen werden.

Kurzinhalt  Land ohne Ohren

Naga empfindet auf einmal, dass sein Leben nicht mehr schön und erträglich ist. Auch wenn sein Beruf als Masseur von ihm verlangt, dass er Kranke von ihren Schmerzen befreit, geht er zu Dr. Sangkala. Er bittet seinen Arzt und Freund sein Trommelfell zu zerstören, damit er die Stimmen, die ihm weh tun, nicht mehr hören muss. Denn die Amal Syurga Partei plant eine große Verschwörung: Der Vorsitzende der Partei Ustad Etawa versucht zusammen mit einem Fleischimporteur Staatsgelder zu Gunsten seiner Partei zu manipulieren. Der Plan wird sorgfältig geschmiedet; die Aktivitäten der Partei, die religiöse Symbole trägt, entsprechen aber nicht dem Benehmen der Partei-Bosse.

Die Partei Martobat ist der legitime Unterstützer der Politik in Indonesien. Deren Vorsitzender Piton hat große Ambitionen Präsident zu werden. Für sein Ziel versucht er, soviel Geld wie möglich aufzutreiben und nutzt auch seinen Einfluss im Parlament, unterstützt von seinem Parteifreund Joko Ringkik. Piton setzt auch auf Tikis Quita, eine Lobbyistin, die Zugang  zu allen Gruppen im Parlament hat.

Kapak, die Kommission zur Korruptionsbekämpfung, beobachtet all diese Verschwörungen und faulen Pläne der beiden großen Parteien und hat bereits von den Aktivitäten der Parteioberen Wind bekommen, so auch die Fernsehstation Televisi 9. Piton sieht sich mit den Untersuchungen von Kapak konfrontiert. Zunächst denkt er, dass Tikis Quita hier eine entscheidende Rolle gespielt hat. Später erfährt er jedoch, dass Journalisten Interna ausgeplappert hatten; Piton hat nämlich eine enge Beziehung zu einer Reporterin.

Es sind die Ohren von Naga, die alle Gespräche und Besprechungen gehört haben; als Masseur hat er Unterredungen der wichtigen Leute mitbekommen: Wie sie ihre faulen Transaktionen betätigen, die Klagen von Piton, die ansonsten nie gehört wurden, auch nicht von dessen Ehefrau. Diese Gespräche widern Naga an. Die Ohren sind wichtig zum Denken und für ein ungetrübtes Gewissen. Aber sie werden zu einem Leiden verursachenden Sinnesorgan, wenn man eine Wahrheit hört, die man nicht mit seinem Gewissen in Einklang bringen kann.

Eine Persiflage des Politikgeschäfts in Indonesien als kritischer Kommentar zu den oft fragwürdigen und schmutzigen Aktivitäten zum Machterwerb oder auch Machterhalt.

Lola Amaria

1977 in Jakarta geboren, ist als Schauspielerin, Regisseurin und Produzentin eine populäre und vielseitige Filmemacherin Indonesiens. Wenn sie anfangs unterhaltsame Rollen in Fernsehserien und Filmen spielte, wendet sie sich inzwischensozial- und zeitkritischen Themen zu. In diesem Jahr ist sie zur Berlinale eingeladen und nach einem Besuch im letzten Dezember jetzt mit ihrem letzten großen Spielfilm erneut in Köln

© Foto Lola Amaria Produktion

© Foto Lola Amaria Produktion

Eine Veranstaltung der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft, Köln, mit freundlicher Unterstützung von LADOC.

Kontakt: mertes@dig-koeln.de

Neue Literatur aus Indonesien  –  Lesung mit Ayu Utami

Montag, 26. Januar 2015, 19:30 Uhr

Rautenrauch-Joest-Museum, Bibliothek, Cäcilienstraße 29, 50667 Köln 

Bitte Eingang Leonhard-Tietz-Straße 10, 50676 Köln nutzen.
Eintritt 6,- € / ermäßigt 4,- €


Indonesien ist 2015 Ehrengast und Partnerland der Buchmesse Frankfurt. Im Vorfeld gibt es eine Lesung aus Ayu Utamis ersten in Deutsch veröffentlichten Roman Saman und dem im Sommer erscheinenden neuen Roman Larung (beide im Horlemann-Verlag, Berlin).

Außerdem erläutert der Übersetzer Peter Sternagel seine Erfahrungen mit der Textarbeit.
Die 1968 in Bogor geborene Ayu Utami ist die wohl bekannteste zeitgenössische Schriftstellerin Indonesiens. Sie veröffentlicht Romane, Kurzgeschichten und journalistische Beiträge für verschiedene indonesische Magazine. In ihrem erster Roman Saman gibt sich die Autorin betont politisch und gewann zahlreiche Literaturpreise – nicht zuletzt aufgrund ihres offenen Umgangs mit gesellschaftlichen Tabus wie der Ausgrenzung und Diskriminierung religiöser, bzw. ethnischer Minderheiten als auch der Problematisierung traditioneller Rollenzuweisungen in der patriarchalischen Gesellschaft Indonesiens. In ständig wechselnden Erzählperspektiven und mittels der Zwischenschaltung von Traumsequenzen und alter indonesischer Mythen, erzählt der Roman von dem erstrebten politischen Wandel Indonesiens.

Sie ist aktiv in der politisch engagierten Künstlervereinigung „Utan Kayu“ in Jakarta und in deren Kulturmagazin „Kalam“.
“Die Geschichte vom Titelhelden Saman ist derart packend geschrieben, dass sich dem manchmal geradezu mythischen Bann der Ereignisse wohl niemand entziehen kann. […] Die Autorin scheut sich auch nicht, Tabuthemen im damaligen Indonesien aufzugreifen, über Sexualität und im Besonderen weibliche Sexualität zu schreiben. Die Handlungsstränge des Romans sind sehr kunstvoll, doch auch vielschichtig”, urteilt das Südwind Magazin.

Ihr demnächst in deutscher Übersetzung – als Fortsetzung von Saman – vorliegender Roman Larung erschien 2001. Dessen Thema ist die Aufarbeitung des Traumas der Jahre 19965/66, als Hundertausende von Kommunisten und vermeintlicher Sympathisanten Opfer willkürlicher Verfolgungen wurden, und die Unruhen in Jakarta 1998, die schließlich zum Ende des Suhartoregimes führten. Darin abermals verflochten sind die Lebensläufe der vier selbstbewussten Frauen, die der Leser bereits aus Saman kennt.
In den Folgejahren hat sie noch zehn weitere Romane und Essays publiziert.
Peter Sternagel war lange Jahre für das Goethe-Institut in Indonesien, zuletzt als Institutsleiter in Bandung. Er hat außer den genannten Werken von Ayu Utami Romane von Umar Kayam und Andrea Hirata übersetzt. Er lebt in Berlin.
Die Veranstaltung wird freundlicherweise von der Botschaft der Republik Indonesien und Litprom | Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V. unterstützt.

 

Ayu Utami (Foto Karel Steenrbink)

Ayu Utami (Foto Karel Steenrbink)

Kontakt: mertes@dig-koeln.de