Bildung und Forschung – Austausch und Kooperation

Teil der Veranstaltungsreihe im RJM – April bis Juni 2026: Indonesien inspiriert

20. Mai 2026, 18:00 Uhr
Rautenstrauch-Joest-Museum, Köln                                                     
Eintritt frei

Das Programm kann über YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/@MGRJM verfolgt werden.

Im akademischen wie im privaten Sektor gibt es eine Vielzahl an deutsch-indonesischen Verbindungen. Zwischen Hochschulen funktioniert der Dozenten- und Studierenden-austausch. Für den deutschen Arbeitsmarkt werden gezielt Fachkräfte, insbesondere im medizinischen und Pflegebereich angeworben, wie umgekehrt deutsches Know-how in industriellen und landwirtschaftlichen Projekten gesucht werden. Sprachunterricht kommt erine besondere Bedeutung zu.
Was kann Deutschland beispielsweise für die Ausbildung von Pflegefachkräften von Indonesien lernen? Wie funktioniert die Kooperation zwischen Hochschulen oder andern Bildungseinrichtungen?
Seit dem 17. Jahrhundert hat es bereits viele Kontakte zwischen der damaligen holländischen Kolonialherrschaft und Bürgern aus deutschen Landen gegeben. Wissenschaftler, Söldner, Missionare, Künstler waren aktiv und pflegten vielseitige Begegnungen.

Gesprächsteilnehmer

Dr. Prasti Rachmadi Pomarius wurde in Jakarta geboren und studierte nach dem Studienkolleg in Nordhausen Humanmedizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Nach ihrer Weiterbildung in der Gynäkologie und Geburtshilfe sowie einer Familienpause spezialisierte sie sich in der Chirurgie und ist seit 2024 Fachärztin für Allgemeinchirurgie in der Klinik Preetz (Plön).
Neben ihrer klinischen Tätigkeit engagiert sie sich in der indonesischen Diaspora in Deutschland, u. a. in leitenden Funktionen bei IASI Jerman e.V. (Verband Deutsch-Indonesischer Fachkräfte und Akademiker e.V.) sowie als Vorsitzende der ADIMAN e.V. (Vereinigung Indonesischer Ärzte in Deutschland e.V.)

Zudem initiierte sie internationale medizinische Austausch- und Bildungsprojekte und war als Beraterin, insbesondere zur Anerkennung medizinischer Abschlüsse und zur internationalen Kooperation, für das indonesische Gesundheitsministerium tätig.

Prof. Dr. Thomas R. Rüde ist seit über 20 Jahren Professor für Hydrogeologie an der RWTH Aachen. Er befasst sich mit der Erkundung und Erschließung von Grundwasser-vorkommen, dem Eintritt von Schadstoffen in das Grundwasser sowie dem Grundwasserschutz. Er hat an der Universität Karlsruhe studiert und promoviert und wechselte dann an die Universität München, an der er sich habilitierte.
Seit 2007 arbeitet er mit indonesischen Universitäten, insbesondere der Universitas Gadjah Mada (Yogyakarta) und der Universitas Diponegoro (Semarang) zusammen. Er hat dort studentische Abschlussarbeiten, auch von RWTH Studierenden, und Doktorarbeiten betreut und mehrfach studentische Geländeübungen gemeinsam mit den indonesischen Universitäten durchgeführt. An der Universitas Gadjah Mada hat er das GetIn-CICERO Labor der RWTH aufgebaut.
Er ist der Rektoratsbeauftragte der Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule für die Zusammenarbeit mit Indonesien.

Laras Prasakti hat seinen Bachelor- und Masterabschluss in Chemieingenieurwesen an der Universitas Gadjah Mada in Indonesien erworben. Anschließend war er dort als Dozent für Chemieingenieurwesen tätig. 2021 erhielt er ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für ein Promotionsprogramm am Institut für Metallhüttenwesen und Elektrometallurgie (IME) der RWTH Aachen. Seine Forschungsschwerpunkte in der Promotion liegen im Bereich des Recyclings von Seltenen-Erden-Metallen mittels Elektrolyse. Darüber hinaus ist er an weiteren Forschungsprojekten beteiligt, wie etwa der CO₂-freien Aluminiumproduktion und der Titansynthese. Nach Abschluss seines Promotionsprogramms wird er nach Indonesien zurückkehren, um die Forschung der UGM im Bereich des Metallrecyclings zu stärken.

Prof. Dr. Alexander Loch ist Psychologe und Völkerkundler. Er forschte lange in Westpapua (Dokumentation bedrohter Sprachen) und Osttimor (psychosoziale Rekonstruktion), lehrte an sieben indonesischen Universitäten (Capacity Development / local finance management), arbeitete für die United Nations (Haiti), Weltbank (Osttimor) und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (Indonesien, Indien, Aserbaidschan, u.a.). In der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen ( HVF) Ludwigsburg ist er für die Entwicklung „interkultureller Kompetenzen“ von zukünftigen Mitarbeitern deutscher Verwaltungen zuständig, bringt er systematisch Geflüchtete und Studierende „auf Augenhöhe“ zusammen. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt sind „Akkulturationsherausforderungen indonesischer Pflegefachkräfte im deutschen Gesundheitssystem“.

Die Moderation liegt bei Etty Prihantini Theresia (Sprachvermittlerin aus Frankfurt am Main) und Karl Mertes (ehemaliger WDR-Redakteur und langjähriger Präsident der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft aus Köln). Das Programm kann über YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/@MGRJM verfolgt werden.