Liebe Freundinnen und Freunde Indonesiens,

all die Vorbereitungen, all die Ankündigungen: es sollte doch ein ganz großes Fest werden – das 70-Jährige Jubiläum unserer Gesellschaft. Und nun? Bislang lief nichts, keine einzige Veranstaltung.

Ein kleines, unbekanntes und gefährliches Virus löst weltweit eine Pandemie und bei uns eine riesige Enttäuschung aus: Es wird in diesem Corona-Jahr auch weiterhin kein DIG-Programm mehr geben. Wir bedauern das, aber ändern können wir es auf Grund der Restriktionen und Auflagen nicht. 

Schweren Herzens sagt der Vorstand deshalb nach Abwägung aller Umstände Covid 19-bedingt alle weiteren Veranstaltungen für 2020 einschließlich der satzungsgemäß vorgesehenen Mitgliederversammlung ab.

Eines unserer Highlights wird allerdings voraussichtlich stattfinden: Wer uns am 24.10.2020 beim Stadtspaziergang „Kampung Köln“ begleiten will, kann sich an unter info@kulturkluengel.de anmelden!

Und auch die Indonesisch-Sprachkurse gehen nach einem spontanen Sommerprogramm bald in die nächste Runde.Außerdem empfehlen wir natürlich noch das demnächst vorliegende Sonderheft kita 2-3/20, in dem wir Beziehungen zu unserem Partnerland, das in diesem Jahr stolz auf 75 Jahre „Republik Indonesia“ zurückblickt, kritisch und solidarisch vorstellen.Ganz nach dem Kölschen Motto „Et kütt wie et kütt“, hoffen wir, im kommenden Jahr mit euch und Ihnen unsere Jubiläumsfeierlichkeiten nachholen zu können!


Pressemitteilung: Sieben Jahrzehnte Brückenschlag und Völkerverständigung 70 Jahre Deutsch-Indonesische Gesellschaft e.V., Köln

Am 15. Mai 1950 tat sich in Köln ein wagemutiger und neugieriger Kreis von Leuten zusammen, um die erste Deutsch-Indonesische Gesellschaft ins Leben zu rufen. Zwischen den beiden Ländern gab es seinerzeit noch keine diplomatischen Beziehungen. Wissenschaftler wie der Bonner Botaniker Max Koernicke und die Kölner Ethnologen Friedrich Wilhelm Funke und Waldemar Stöhr suchten mit anderen Interessierten neue Wege internationaler Kontakte und gesellschaftlicher wie kultureller Beziehungen. Über deren berufliches Netzwerk schufen sie die Grundlagen, ein differenziertes Bild über Indonesien vermitteln zu wollen. Früh stieß Irene Hilgers-Hesse dazu, die an der Universität zu Köln die „Malaiologie“ aufbaute und lange Jahre Geschäftsführerin der DIG gewesen ist.
Die DIG hatte anfänglich ihre Geschäftsstelle im Rautenstrauch-Joest-Museum, was bis heute zu einer konstanten Berücksichtigung beiderseitiger Interessen beiträgt. Zudem gab es eine ausgesprochen enge Verbindung mit der Kölner Universität: Ethnologen, Sprach-, Musik- und Gesellschaftswissenschaftler begründeten ein Zentrum der akademischen Beschäftigung mit Südostasien. Die DIG ergänzte diese Aktivitäten durch Vorträge, Tanz- und Musikprogramme sowie gesellige Abende. Die Wirtschaft im Nachkriegsdeutschland förderte anfangs die Initiativen der Kontaktaufnahme zu dem entfernt liegenden und zukunftsträchtigen Land des weltgrößten Archipels. So relevant wie seinerzeit Deutschland für indonesische Studierende war (viele kamen nach dem Bruch zwischen Indonesien und der früheren Kolonialmacht der Niederlande von Holland nach Deutschland, wo es außerdem ein kostenfreies Studienangebot gab), so attraktiv ist das Land der 17.000 Inseln unterdessen für Touristen geworden.
Seit 30 Jahren gibt die DIG das Magazin kita [das indonesische Wort für „wir“] mit einem Schwerpunkt auf kulturelle Themen heraus. Regelmäßige Veranstaltungen mit Vorträgen, Diskussionen, Film- und Musikabenden, Stadtspaziergängen, Ausstellungen und Partnerprogrammen mit dem Rautenstrauch-Joest-Museum oder der Stiftung Asienhaus prägen die gegenwärtigen Aktivitäten zur zivilgesellschaftlichen, entwicklungspolitischen sowie kulturellen Beschäftigung mit Indonesien. Das Angebot von Indonesisch-Sprachkursen findet reges Interesse. Alljährlich findet im Herbst der Indonesientag in der Alten Feuerwache statt – ein Ort der Begegnung, des Erfahrungs- und Meinungsaustauschs.
Der interkulturelle Dialog, der Brückenschlag zwischen Ländern und Menschen, die Auseinandersetzung mit den Perspektiven der Einen Welt sind Leitgedanken der DIG. Mit allen Aktivitäten werden die Begegnung und ein Dialog praktiziert und für gegenseitige Wertschätzung, Verständnis und Offenheit geworben.
Vorbereitete Programme aus Anlass des Jubiläums sind derzeit nicht realisierbar. Es ist aber eine Reihe von Aktivitäten in Planung, die voraussichtlich ab Herbst nachgeholt werden können: So ist für den 4. September 2020 ein Festabend im Rautenstrauch-Joest-Museum vorgesehen und am 5. September der Indonesientag in der Alten Feuerwache sowie am 18. Oktober der Südostasientag im Rautenstrauch-Joest-Museum.


70 Jahre Deutsch-Indonesische Gesellschaft –
70 Jahre Völkerfreundschaft

Im Mai 1950 ist in Köln die Deutsch-Indonesische Gesellschaft (DIG) gegründet worden. Seinerzeit hatten Deutschland und Indonesien noch keine diplomatischen Beziehungen. Es war der Initiative von Mitarbeitern des Rautenstrauch-Joest-Museums mit seiner umfangreichen Sammlung aus Indonesien sowie der Universitäten zu Köln und Bonn zu verdanken, dass der Verein ins Leben gerufen wurde. Siebzig Jahre indonesisch-deutsche Beziehungen spiegeln sich auch in der Geschichte der Gesellschaft wieder.

Die DIG war damals der erste Verein dieser Art. In diesem Jahr begehen wir unseren 70. Geburtstag – und die Republik Indonesien feiert ihren 75. Geburtstag. Doch nicht nur diese Jubiläen stellen Verbindendes dar. Vielmehr sind die Beziehungen zwischen Indonesien und Deutschland seit Jahrhunderten gewachsen. Viele Wissenschaftler, Künstler, Kaufleute, Techniker, Industrielle, Missionare, Ärzte, auch Abenteurer und heutzutage immer mehr Touristen bilden die Grundlage für einen intensiven Austausch, für lebhafte Begegnungen. Die werden insbesondere durch Studierende am Leben gehalten, und zwar in beiden Richtungen. Der kulturelle sowie der akademische Transfer sind ebenso greifbar wie die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Als prominentes Beispiel der wechselseitigen Kooperation gilt der frühere Präsident Habibie, der sein Studium in Aachen absolvierte. Bei seinem Staatsbesuch 1956 in Deutschland fasste der erste indonesische Präsident Sukarno seine Eindrücke folgendermaßen zusammen: „In den vergangenen Wochen habe ich auf meiner Reise viele Brücken gebaut. Es waren keine Brücken aus Stahl und Beton, sondern Brücken der Verständigung, die unsere Völker verbinden sollen und werden.“

Zwei Künstler lassen sich stellvertretend für die kulturellen Beziehungen und den Brückenschlag beider Länder benennen: Raden Saleh auf der einen Seite, der javanische Maler, der lange Jahre in Deutschland lebte und wirkte – und Walter Spies auf der anderen Seite, der Maler, Musiker und Ethnologe, der vor allem auf Bali tätig war. Vor allem um einen derartigen interkulturellen Dialog kümmert sich die DIG in ihren vielseitigen Aktionen.Dieser Gedanke des Brückenschlags bildet die Grundlage und Zielsetzung der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft in den zurückliegenden sieben Jahrzehnten ebenso wie heute:

„Wir verstehen uns als offenes Forum für Begegnung und Austausch, bei dem kulturelle Aspekte im Mittelpunkt stehen. Aktuelle Themen aus Politik und Wirtschaft sowie soziale Fragen beschäftigen uns ebenso. Bei unseren Lesungen, Aufführungen, Vorträgen oder auf dem jährlichen Indonesientag mit vielfältigem Programm und indonesischem Markt begegnen sich Interessierte und Kulturschaffende aus Deutschland und Indonesien. Eine weitere Plattform ist das seit 1991 regelmäßig erscheinende Magazin „kita“. Hier widmen wir uns mit unterschiedlichen Beitragsformaten jeweils einem Schwerpunktthema zu Indonesien. Mit allen unseren Aktivitäten fördern wir die Begegnung und den Dialog zwischen Indonesien und Deutschland aktiv und setzen uns für gegenseitige Wertschätzung, Verständnis und Offenheit ein.“

Aus Anlass des diesjährigen Jubiläums wollen wir mit einem interessanten Angebot sowohl das Motto „Einheit in der Vielfalt“ als auch „Kultur im Dialog“ belegen und beleben. Es sind eine Reihe von Veranstaltungen geplant, die einen aktuellen Blick auf Indonesien zulassen – ein Land, das auch in diesen Jahren wegen seiner gesellschaftspolitischen Veränderungen immer wieder von sich reden macht und sich vermehrt als maritime Nation zu behaupten sucht.

So ist unter anderem vorgesehen:

Außerdem sind noch weitere abwechslungsreiche Programme in Köln in Vorbereitung, wozu auch die Mitwirkung indonesischer Gäste zählt. Darüber hinaus sind Veranstaltungen in Indonesien vorgesehen, wobei an einige bisher von der DIG nach Köln eigeladene Künstler gedacht ist.


70 Tahun Deutsch-Indonesische Gesellschaft (DIG)

70 Tahun Persahabatan antar bangsa

Di bulan Mei 1950 di Köln didirikan Deutsch-Indonesische Gesellschaft (DIG) / Lembaga Persahabatan Jerman-Indonesia. Ketika itu antara Jerman dan Indonesia belum ada hubungan diplomatik. Perkumpulan Jerman-Indonesia ini dibentuk atas inisiatif beberapa tokoh Museum Rautenstrauch-Joest yang memiliki sejumlah besar koleksi budaya Indonesia serta atas prakarsa beberapa guru besar dari Universitas Köln dan Bonn. Dalam sejarah DIG tercermin pula hubungan Jerman-Indonesia selama kurun waktu 70 tahun.

Saat itu DIG merupakan perkumpulan sejenis yang pertama. Tahun ini kami merayakan ulangtahunnya yang ke-70, sementara Republik Indonesia memperingati ulangtahunnya yang ke 75. Bukan saja kedua yubileum ini yang merupakan suatu kebersamaan, melainkan juga hubungan antara Indonesia dan Jerman yang makin tumbuh sejak berabad-abad.

Adalah para ilmuwan, seniman, pedagang, insinyur, industriawan, misionaris, dokter dan perawat, juga para petualang, dan di waktu belakangan ini makin banyak wisatawan yang menghidupkan pertukaran dan pertemuan antara kedua bangsa ini. Terlebih pertukaran mahasiswa/mahasiswi memperkaya hubungan Jerman-Indonesia. Pertukaran budaya maupun akademisi demikian nyata seperti kerjasama di bidang ekonomi.

Sebagai tokoh penting bagi kerjasama dua arah adalah mantan Presiden Habibie yang menamatkan studinya di Aachen.

Presiden pertama Indonesia Sukarno yang pada tahun 1956 berkunjung ke Jerman menyampaikan kesannya sebagai berikut:

Di pekan-pekan yang lalu dalam perlawatan saya, saya membangun banyak jembatan. Tapi bukanlah jembatan dari baja dan beton, melainkan jembatan bagi saling pengertian yang seyogianya dan yang akan mengokohkan pengertian antara bangsa-bangsa kita.“

Dua mendiang seniman bisa disebut sebagai wakil yang mengawali dan menjembatani hubungan budaya antara kedua negara:

Di satu pihak, Raden Saleh pelukis Jawa yang bertahun-tahun lamanya hidup dan berkarya di Jerman – dan di pihak lainnya, Walter Spies pelukis, pemusik dan etnolog, yang menghabiskan sebagian besar hidupnya di Bali.

DIG lewat berbagai kegiatan dan acaranya terutama bertujuan mengaktifkan dialog antar-budaya seperti ini.

Memperantarai dan menjembatani demikianlah dasar bagi kegiatan Deutsch-Indonesische Gesellschaft dalam tujuh dasawarsa yang lalu:

Kami memandang DIG sebagai forum terbuka bagi pertemuan dan pertukaran, di mana aspek-aspek budaya merupakan titik fokusnya.DIG mengikuti segala perkembangan dalam kehidupan politik, ekonomi maupun sosial. Berbagai acara kami, ceramah, dialog, pertunjukan dan pagelaran, baik di acara Hari Indonesia (Indonesien-Tag) dengan beranekaragam programnya antara lain Pasar Senggol menjadi ajang pertemuan bagi para peminat budaya baik dari Jerman maupun dari Indonesia. Forum lainnya adalah majalah KITA yang sejak tahun 1991 terbit secara berkala, Setiap edisi KITA membahas satu tema pokok tentang Indonesia.

Pendek kata semua aktivitas DIG demi memajukan hubungan dan dialog antara Indonesia dan Jerman atas dasar saling harga-menghargai, saling pengertian dan keterbukaan.“

Sehubungan dengan peringatan yubileum DIG tahun ini acara-acara kami bermotto „Bersatu dalam keanekaragaman“ maupun juga „Budaya dalam dialog“. Sejumlah acara yang akan diadakan memberikan pandangan tentang situasi aktual tentang Indonesia, sebuah negara yang di waktu belakangan ini menjadi sorotan dunia sehubungan dengan terjadinya banyak perubahan di bidang sosio-politik, termasuk sebagai Negara Nusantara dan Maritim.

Adapun acara yang akan diselenggarakan:

  • 29 Maret 2020 Hari Asia-Tenggara dengan titik berat Indonesia di Museum Rautenstrauch-Joest, Köln
  • 15 Mei 2020 Jamuan Tahunan bagi para anggota DIG
  • 4 September 2020 Malam Gala „70 Tahun DIG“ di Museum Rautenstrauch-Joest, Köln
  • 5 September 2020 Hari Indonesia (Indonesien Tag) di Alte Feuerwache, Köln

Selain itu dipersiapkan sejumlah acara lain dengan mendatangkan para peserta dari Indonesia. Di Indonesia DIG juga merencanakan program bersama seniman-seniman Indonesia, yang pernah menjadi tamu / undangan DIG di Jerman.